Dealflow ohne Ende

Sonntag, 29. Januar 2012 18:39

Das neue Jahr ist nun gerade einen Monat alt und bereits jetzt zeigt sich, dass der Trend ungebremst ist. Deutschlands Gründerszene wächst weiter. Seit Anfang 2007 erhalten wir Quartal für Quartal mehr Business Cases. Die Anzahl hat sich fast verdoppelt. Auch im Januar 2012 ist dieser Trend zu erkennen.

Wichtig dabei ist, dass wir immer weniger Copy-Cats erhalten.

Vielen Dank an alle Gründer.

 

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Mein Jahresausblick aus Sicht eines VCs

Dienstag, 3. Januar 2012 14:46

Die Gründerszene hat mich nach meinem Jahresrückblick aus Sicht eines VCs gefragt. Hier kommen meine “2 cent”…

Deutschland und insbesondere Berlin wurden 2011 als neuer Startup-Hotspot gefeiert. Was muss Deutschland 2012 noch aufholen?

Ich wünsche mir den Anspruch, internationale Player zu bauen. Das funktioniert nur schwer mit Copycats im Sektor Consumer-Internet. Aus Deutschland heraus haben es bisher nur wenige Unternehmen auf das weltweite Parkett geschafft. Vielmehr sollte der Gründergeist auch im technologischen Bereich Fuß fassen. Hier besteht die Chance auf dem internationalen Markt.

Welche Geschäftsmodelle werden 2012 groß?

Beim Blick in die Venture-Capital Kristallkugel habe ich die Antwort gefunden. Leider kann ich sie nicht mitteilen. ;-)

Größere Investorenlandschaft, größere Unsicherheiten bei Gründern. Welchen Tipp gibst Du Gründern mit ins Jahr 2012?

Noch nie gab es so wenig Venture-Capital wie aktuell. Es gibt viele kleine Investoren, die aber zum Teil nicht in der Lage sind, ein Startup durchzufinanzieren. Mein Tipp an Euch: Bei der Auswahl der Investoren darauf achten, dass genügend Geld vorhanden ist. Macht Eure eigene Due Diligence. Nehmt Kontakt auf zu anderen Gründern, sprecht nicht nur über den Investor, sondern auch über die dort handelnden Personen.

Was wünschst Du Dir für die Startuplandschaft im Jahr 2012?

Weiterhin ungebremsten Unternehmergeist. Kreative Gründer die nicht nur kopieren, sondern eigene Ideen umsetzen. Startups, die in der Lage sind, international zu wachsen und aus denen man nachhaltig große Unternehmen bauen kann. Ergo Durchhaltevermögen. Nicht sofort beim ersten Angebot verkaufen. Und ich wünsche mir auf jeden Fall mit allen Gründern und Investoren viel Spaß in 2012. Denn der gehört dazu.

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Season’s Greetings 2011

Freitag, 23. Dezember 2011 11:07

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Mein Jahresrückblick aus Sicht eines VCs

Freitag, 23. Dezember 2011 11:05

Die Gründerszene hat mich nach meinem Jahresrückblick aus Sicht eines VCs gefragt. Hier kommen meine “2 cent”…

Startupfinanzierung im Jahr 2011. Hat sich in diesem Jahr etwas Entscheidendes verändert?

Grundsätzliches hat sich nicht geändert, jedoch ist das Thema Crowdfunding stärker diskutiert worden. Generell habe ich den Eindruck, dass die Business-Angels und Inkubatoren sich in den letzten Jahren stark weiter entwickelt haben. Ich finde es sehr gut, dass sich die Inkubatoren- und Business-Angels-Landschaft erweitert und nicht ausschließlich auf Berlin fokussiert. Es wird sicherlich spannend zu beobachten sein, wie die neu aufgestellten Inkubatoren agieren und welche Konzepte und Business-Cases sie unterstützen werden.

Welche Trends haben sich 2011 in der Finanzierung von Startups ergeben?

Von einem Trend möchte ich noch nicht sprechen: Wir werden sehen, ob sich Crowdfunding weiter entwickelt. Ich habe Bedenken hinsichtlich der Investitionssummen und der gesamten Metrik bei Folgefinanzierungen. Sehr wichtig ist, dass Business-Angels weiterhin aktiv bleiben, um die interessanten Startups zu unterstützen und anfangs zu finanzieren. Die meisten Business-Angels machen hierbei einen wirklich guten Job. Aber Achtung – es gibt auch “neue” Business-Angels, die a) viel zu wenig Kapital und b) weder ausreichende Erfahrungen als Unternehmer noch Erfahrungen als Business-Angel haben.

Mein Tipp an die Unternehmer: Macht Eure Hausaufgaben bei der Auswahl des richtigen Investors. Das gilt auch bei der Auswahl des richtigen Venture-Capitalisten. Ein richtiger Trend ist die Bildung von Investoren-Syndikaten aus nationalen und internationalen Venture-Capitalisten. Für ein Startup in Deutschland, welches kapitalintensiv ist und internationalisieren wird, ist ein solches Investoren-Syndikat sehr hilfreich.

Was waren Deine Highlights im Jahr 2011, welche Exits oder Neugründungen haben Dich beeindruckt?

Für mich war ein Highlight der Hype um Airbnb (www.airbnb.de) und die deutschen Copycats Wimdu (www.wimdu.com) und 9flats (www.9flats.com). Ist es nun ein stabiles und nachhaltiges Geschäftsmodell oder nicht? Wir werden sehen. Übertroffen wurde es natürlich von Amen (amenhq.com). Ich weiß nicht, ob Amen funktioniert, aber es war schon verwunderlich, dass ein Startup auf Grund populärer Investoren so viel Aufmerksamkeit erhält.

2011 war auch das Jahr sehr interessanter Exits. Die deutsche Startup-Szene braucht diese Exits, um zu beweisen, dass man in Deutschland große Unternehmen beziehungsweise Unternehmen mit einem großen Marktwert bauen kann. Drei Exits sind gute Beispiele hierfür:

  • Astaro (www.astaro.com) ist ein Enterprise Software-Unternehmen, welches wenige Leser kennen. Es wurde in Karlsruhe von Jan Hichert und seinen Co-Foundern gegründet. 2002 hat es eine erste Finanzierungsrunde von einem deutschen Venture-Capitalisten und einem US-VC erhalten. Jan hat Astaro in den vergangenen zehn Jahren zu einem hoch profitablen und stark wachsenden international aktiven Software-Unternehmen entwickelt und es dieses Jahr an Sophos (www.sophos.de) verkauft. Die Höhe des Exits ist nicht offiziell – nur soviel – es war sicherlich einer der größten Exits der vergangenen Jahre.
  • Ein weiterer spannender Exit war der Verkauf von DailyDeal an Google. Ich finde es erstaunlich, was das DailyDeal-Team und deren Investoren in kürzester Zeit erreicht haben und wie sich DailyDeal (dailydeal.de) in der “battle of material” – der Schlacht mit der Ressource Geld – durchgesetzt hat.
  • Innerhalb von zweieinhalb Jahren haben Marc Gumpinger, Dominik Westner und Christian van der Leeden die Scoreloop AG (www.scoreloop.com) zu einem weltweit dominanten Player im Mobile-Social-Gaming-Markt aufgebaut. Ich nenne Scoreloop nicht, weil wir Scoreloop von der Seed-Finanzierung bis zum Exit begleitet haben, sondern weil Scoreloop gezeigt hat, dass ein deutsches Startup von Anfang an weltweit nicht nur mithalten, sondern vielmehr eine neue Kategorie und ein neues Geschäftsmodell bilden kann.

Highlights unter den Neugründungen bereits nach einem Jahr auszumachen beziehungsweise einzelnen Unternehmen das Prädikat Highlight zu geben, ist schwierig. Ein Unternehmen finde ich aber besonders spannend. Es verbindet einen technologischen Ansatz mit einem Consumer-Case, der eine riesige Herausforderung darstellt. Es ist Doo.net (www.doo.net). Leider habe ich viel zu spät von diesem Unternehmen erfahren und hatte keine Chance, mir das Startup und das Team näher anzuschauen. @Jörg Binnenbrücker von DuMont Venture (www.dumontventure.de): Ich drücke Euch die Daumen.

Die Landschaft der Investoren hat sich auch 2011 wieder erweitert. Wer hat es geschafft, in die Riege der Topinvestoren aufzusteigen?

Eine prägnante Veränderung bei den deutschen Investoren gab es in 2011 meiner Meinung nach nicht. Ob ein Investor ein Top- oder Flop-Investor ist, das entscheidet sich am Ende der Fund-Laufzeit. Es ist nicht entscheidend, wie viele Unternehmen ein Investor finanziert, sondern welche. Leider ist die Investorenlandschaft in Deutschland viel zu dünn besiedelt. Es gibt unter anderem zu wenig Venture-Capital, um die weiterhin zunehmenden interessanten Startups zu finanzieren. Aus diesem Grund drücke ich meinen Kollegen, die sich im Fundraising befinden, ganz kräftig die Daumen. Nur wenn ausreichend frisches Kapital vorhanden ist, funktioniert das gesamte Ecosystem.

Was rätst Du Gründern zum Jahreswechsel?

Auch Ihr braucht mal Pause. Jeder muss seine Aggregate runterfahren. Weihnachten und Neujahr eignen sich dafür prima. Dann geht’s mit Vollgas ins neue Jahr.

Etwas Spekulation am Ende des Jahresrückblicks?

Aus dem Bauch heraus: In den vergangenen Monaten gab es immer mal wieder Meldungen über atemberaubende Erstrundenfinanzierungen in zweistelliger und sogar dreistelliger Millionenhöhe. Liebe Gründer, lasst Euch nicht schocken – auch in der Startup- und Venture-Capital-Szene wird sicherlich manchmal lauter getrommelt, als die Musik wirklich spielt. Bei einigen Runden glaube ich nicht, dass so viel Geld geflossen ist. Oft wird nur ein Teil der Finanzierungssumme überwiesen. Weitere Tranchen sind dann von Milestones abhängig. Es gibt nur eine Handvoll Investoren, die 20 Millionen oder sogar 100 Millionen in eine A-Runde investieren, ohne zu wissen, ob das Modell valide ist. Diese Meldungen können eine “battle of material” sein, die andere Wettbewerber abschrecken soll.

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Der wichtigste Schritt – das Term-Sheet

Samstag, 10. Dezember 2011 18:31

Ein Term-Sheet beschreibt im Groben den späteren Inhalt der gesamten Finanzierungsverträge.

Nachdem ein VC mit dem Startup ein solches Term-Sheet verhandelt und abgestimmt hat, sollten die wesentlichen „Terms and Conditions“ geklärt sein. Ich präferiere hier ein ausführliches Term-Sheet, das ruhig ein paar Seiten lang sein kann. Wenn beiden Seiten möglichst alle entscheidenden Punkte diskutiert und fixiert haben, dann ist das Entwerfen der Finanzierungsverträge nur noch reine Durchführung. Ein zu kurzes Term-Sheet, das auf nur einer Seite spiegelstrichartig die Konditionen und Modalitäten skizziert, wird regelmäßig bei späteren Vertragsverhandlungen zu erneuten Diskussionen und damit zu unnötigen Hindernissen führen.

Erst prüfen – dann binden

Aus eigener Erfahrung als Unternehmer: Es gibt leider auch Investoren, die gern mal „schnell“ ein Term-Sheet herausgeben und unterschreiben, ohne sich zu 99 Prozent sicher zu sein, dass sie wirklich investieren wollen. Als Unternehmer sollte man daher erfragen und herausfinden, ob das Term-Sheet unterzeichnet wird, weil der Investor es ernst meint oder ob er sich den Deal lediglich über einen Exklusivitätszeitraum, der in einem Term-Sheet definiert wird, sichern möchte. Letzteres ist sehr lästig und eine reine Zeit- und Ressourcenverschwendung für den Unternehmer. Hier kann der Kontakt zu Unternehmen helfen, in die der VC bereits investiert hat. Auch Gespräche über den Ruf eines VC auf Gründerabenden und bei Veranstaltungen von Businessplan-Wettbewerben geben einen ersten Eindruck.

Für den Unternehmer und für den VC ist die Verhandlung eines Term-Sheets ein sehr wichtiger Schritt zum Investment. Hierbei zeigt sich, ob man sich auf gemeinsame Konditionen verständigen kann. Dabei geht es um mehr als nur um die Unternehmensbewertung und die Investitionssumme. Auch wenn es nach juristischem Kleinkram klingt, sind die folgenden Punkte enorm wichtig. Richtig diskutiert und formuliert verhindert ein solches Term-Sheet spätere Diskussionen und falsche Interpretationen bei der Erstellung der Finanzierungsverträge.

Elementare Inhalte des Term-Sheets

1. Am Anfang steht die Bewertung des Unternehmens (Preis pro Anteil). Dann muss man darüber einig werden, zu welchem Preis der Investor welchen Anteil übernehmen soll (Beteiligungsverhältnisse nach Investment, Höhe des Investments).

2. Es sollte geregelt sein, wer bei einem Exit (Verkauf des Unternehmens oder Börsengang) welche Rechte hat (z.B. Liquidationspräferenz).

3. Auch eine mögliche weitere Finanzierungsrunde mit einer geringeren Bewertung sollte gleich mit geplant werden. Investoren haben bei einer solchen „Down-Round“ ein Interesse daran, dass ihr proportionaler Anteil an der Gesellschaft gleich bleibt. Sie erhalten deshalb oft einen Verwässerungsschutz.

4. Investoren lassen sich zudem Vetorechte für wichtige Entscheidungen der Gesellschaft einräumen (z.B. Änderungen der Satzung, Bestellung von Geschäftsführeren etc.).

5. Investoren sind natürlich daran interessiert, dass die Inhaber und/oder Gründer dem Unternehmen verbunden bleiben. Deswegen verabredet man meist ein so genanntes Founders Vesting. Hier definiert man gemeinsam die Höhe der gebundenen und nicht frei verfügbaren Anteile der Gründer  sowie den Zeitraum, nach dem die Anteile wieder frei zur Verfügung stehen, also etwa auf andere Personen übertragen bzw. veräußert werden können.

6. Auch ein Trade Sale, also der spätere Verkauf an ein anderes Unternehmen, sollte bereits diskutiert werden. Dazu gehören Regelungen zu den Vorerwerbsrechten. Hier geht der veräußerungswillige Gesellschafter die Verpflichtung ein, den anderen Gesellschaftern vor Abschluss eines Kaufvertrages mit einem Dritten die zu verkaufenden Anteile zum Kauf anzubieten. Damit verhindern die verbleibenden Gesellschafter, dass Anteile an unerwünschte Mitgesellschafter gelangen.

7. In eine ähnliche Richtung zielen die Mitveräußerungsrechte. Mit ihnen wird sichergestellt, dass vor allem die operativ tätigen Gesellschafter ihre Geschäftsanteile nicht vor den Finanzinvestoren verkaufen können. Meist verpflichten sich die Gesellschafter, die Anteile anderer Gesellschafter im Falle eines Verkaufs ihrer eigenen Anteile zu gleichen Konditionen mitzuverkaufen.

In bestimmten Situationen (z.B. beim Ausscheiden von für den Unternehmenserfolg wichtigen Gründern) möchte der Investor Mitnahmerechte ausüben, das bedeutet er möchte das Recht haben, seine Anteile zu verkaufen und die anderen Gesellschafter zum gemeinsamen Verkauf zu bewegen.

8. Auch über den Aufsichtsrat bzw. Beirat und dessen Besetzung sollte im Vorfeld gesprochen werden. In der Regel erhält der Investor einen Sitz im Aufsichtsrat bzw. Beirat.

9. Da Investoren am Geschäftsverlauf ein hohes Interesse haben, vereinbaren sie mit der Geschäftsführung zudem bestimmte Auskunftsrechte. Dazu gehören besonders vom Management regelmäßig zu liefernde Reports und Informationen.

10. Auch über die Konditionen und Inhalte der Anstellungs- und Managementverträge sollte man sich im Vorfeld bereits im Groben einig sein.

11. Geregelt werden müssen zudem die Zustimmungserfordernisse, also alle die Prozesse und Entscheidungen des Managements, für die es der Zustimmung des Beirats bzw. des Aufsichtsrats bedarf. Das kann ebenso Mitarbeiterverträge wie den Verkauf von Tochterunternehmen betreffen.

12. Die konkrete Verwendung der Investitionssumme gehört ebenfalls ins Term-Sheet. Also: Für was darf und soll das Investment operativ verwendet werden?

13. Vor allem für die Gründer wichtig ist das Thema Exklusivität: Über welchen Zeitraum räumt man dem ausgesuchten VC ein Exklusivrecht für das anstehende Investment ein?

14. Am Ende bleibt noch die Frage nach den Kosten für Anwälte, Notare, Registergerichte. Im Term-Sheet sollte geklärt sein, wer für welche Posten aufkommt bzw. nach welchem Schlüssel geteilt wird.

 

Schon wahr, es klingt nach Bürokratie. Aber je klarer eine solche Vereinbarung verfasst ist, desto schneller läuft in der Regel der weitere Prozess. Und darum geht es ja, damit das Unternehmen mit dem frischen Kapital möglichst bald erfolgreich arbeiten kann.

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Blase oder keine Blase? (my five cents)

Freitag, 21. Oktober 2011 19:06

Ist 2011 so ähnlich wie 1999?

Befinden wir uns in einer Technologie-Blase?

Ist der Startup-Markt überhitzt?

Sind wir alle einem erneuten Hype verfallen?

Diese Fragen beschäftigen uns alle. Wer ist ‘uns’? Mit uns meine ich die Unternehmer, die Business-Angels, die VCs und alle anderen Involvierten, die im weitesten Sinne zum Startup-Mikrokosmos gehören, wie z.B. Journalisten, Blogger, M&A-Berater, etc.

Schwelgen wir alle wieder im rosaroten siebten Himmel einer Technologie-Blase? Feiert sich die Community wieder selber – so wie 1999/2000?

1999/2000 habe ich mit gefeiert. Es war wie ein Traum. Unser Aktienkurs erreichte schwindelerregende Höhen. Jeden Tag „all-time-high“ zum Frühstück. Wie jeder Traum war auch dieser irgendwann vorüber. Nach dem Erwachen ging es dann bergab, rasant und  ohne die Möglichkeit zu bremsen oder gegenzulenken. Eine gesamte Industrie hatte sich überhitzt, wie ein Motor, der nicht mehr gekühlt wird.

Steht uns das bald wieder bevor? Kommt das böse Erwachen aus unserem zuckersüßen Traum von coolen, wachstumsstarken Startups in einem Markt, der ausschließlich von Wachstum gekennzeichnet ist?

Wir (Targt Partners) sehen pro Jahr ca. 1.500 Business-Cases bzw. Businesspläne in unserem Investment-Fokus und treffen hunderte Entrepreneurs und Teams. Wir tauschen uns in der ausgedünnten VC-Szene aus, haben gute Kontakte zu Business-Angels und auch unsere Investoren haben einen sehr guten Überblick.

Wie kann ich die Situation aus meiner Perspektive beschreiben?

Ja, es ist warm im Markt. Nein, es ist nicht überhitzt. Ja, einige denken, alles ist investitionswürdig. Nein, die professionellen Teilnehmer haben den Realismus nicht verloren.

Im Vergleich zu 1999/2000 gibt es heute Unternehmer und Investoren, die noch von damals Narben und blaue Flecke haben und die Schmerzen nicht vergessen werden.

Aber auch anhand von Zahlen, Daten und Fakten kann man den Unterschied zu 1999/2000 erkennen. Damals sind die Bewertungen der Startups in die Höhe geschnellt. Für Technologie, die zum Teil nur auf Powerpoint lief, wurden teils aberwitzige Millionenbewertungen geboten. Bereits erste Finanzierungsrunden lagen oft im hohen einstellen Millionbereiche, manchmal sogar im zweistelligen Bereich.

Das ist heute anders. Die Statistiken zeigen, dass die Unternehmensbewertungen realistisch geblieben sind. Die Unternehmer und die Investoren gut miteinander umgehen und die meisten auf dem Teppich bleiben.

Warum sprechen dennoch so viele Leute von einem Hype oder eine Blase?

Meiner Meinung nach hat sich in Deutschland eine Gründermentalität und Community entwickelt, die von außen betrachtet, einen Eindruck hinterlassen kann, dass alle Leute in einem Hype leben und arbeiten. Im Vergleich zu damals ist die heute Gründer-Community organisch gewachsen, besser ausgebildet und untereinander vernetzt. Gründer und Investoren kommunizieren heute viel besser als 1999/2000. Man versteht sich. Es gibt eine immer größer und professioneller werdende Business-Angel Szene, die wichtig ist, um die Lücke zwischen Startup und VC zu schließen.

Die Business-Angels mit denen wir zusammen arbeiten sind keinem Hype verfallen und investieren nicht zu Mondpreisen in alles was nicht schnell genug auf die Bäume kommt.

Ja, es gibt ‘gehypte’ Unternehmen und manchmal muss man sich fragen, ob es richtig ist, dass einzelne Gazetten manche Startups und einzelne Exits enorm „featuren“. Ist ein Startup hipp und vermeintlich erfolgreich, nur weil ein US Schauspieler investiert hat? Ist ein Exit im einstelligen Millionbereich ein Erfolg, wenn das Startup zuvor mehrere Millionen an BA- und VC-Geld eingesammelt hat? Ich bezeichne das als Hintergrundrauschen, welches wohl nicht zu vermeiden ist.

Entscheidend ist, dass mehr den je junge Menschen den Mut, die Kreativität, die Lust, das Know-how, das Netzwerk und die Mittel haben bzw. bekommen, ein Unternehmen zu gründen.

Weiter so! Mehr davon!

Aber: Bleibt realistisch

Dennoch: Erfolge soll – nein muss man feiern.

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Stimmungslage der europäischen Venture Capital Investoren

Dienstag, 18. Oktober 2011 6:17

Am 17. und 18. Oktober fand in Budapest das Venture Capital Forum der EVCA statt. Hier trafen sich die europäischen VCs. Neben ein paar Vorträgen war Networking angesagt.

In den einzelnen Gesprächen konnte man die Stimmungslage sehr gut wahrnehmen. Die meisten sind mit dem Dealflow und mit der Entwicklung der Portfolio-Unternehmen zufrieden. Die größte Herausforderung ist das eigene Fundraising. Einige VCs befinden sich derzeit im Fundraising, andere haben ihr Fundraising verschoben. Die Lage ist nicht gerade rosig. Zum Glück gibt es ein paar deutsche VCs, die noch ausreichend “fresh money” in den aktuellen Funds haben. Wir (Target Partners) gehören dazu.

Hier eine Zusammenfassung der Statements, Erkenntnisse, Key Findings:

Eine Umfrage hat ergeben, dass weniger als 1% aller Investoren an einem Investment in europäische VC Funds interessiert sind.

Einige grosse Exits in Europa sind jedoch gute Zeichen für die Unternehmer, die VCs und insbesondere die Investoren in VC Funds (LPs).

2011 war bislang ein sehr gutes Jahr was Exits in den USA und in Europa angeht.

Der Dealflow ist so hoch wie nie zuvor.

Es kommen immer weniger Copy-Cats als Business-Case in den Dealflow.

Viele neuen BA Funds wurden aufgesetzt.

Zusammenfassend kann man für europäisches VC folgende Highlights notieren:

  • Es gibt Milliarden-Exits
  • Immer mehr Unternehmer sind Serial Entrepreneurs
  • Es gibt mehr Seed-Money
  • Weniger Copy-Cats und mehr Innovation

 

In Europa kommt 57% des investierten Venture Capital vom Staat. Das hat mich völlig erschreckt. Wir (Target Partners) haben keinen einzigen Cent ‘public money’ in unserem Fund.

Eine ehemalige Offizielle der EVCA stellt Ideen in den Raum, um europäisches VC anzukurbeln… Hilfe, bitte nicht. Ich bleibe dabei – Performance zählt.

Interessante Sudie von Prof. Sophie Manigart:
VC finanzierte Unternehmen wachsen schneller als nicht VC finanzierte und sie waren während der Finanzkrise solider und stablier.
Die 3 Gründer dafür sind zum einen die Selektion durch die VCs, bessere EK-Finanzierung und das Engagement der VCs.

Die Studie bestätigt auch, das VCs mit Unternehmer- und/oder Industrieerfahrung besser von Startups bewertet werden als VCs ohne eigene operative Erfahrung.

Interessant ist auch, dass Unternehmen eine weitaus besser Performance zeigen, wenn sie von unabhängigen VCs finanziert wurden, im Vergleich zu Unternehmen, die von staatlichen VCs finanziert wurden.

Insgesamt heulte sich hier die Branche aus. Meiner Meinung nach wird es für gute Unternehmer Geld geben und es werden auch guten VC Investoren Geld zum investieren bekommen.

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Exits – große Exits…mehr davon

Dienstag, 20. September 2011 12:03

Internationale Exits sind der Treibstoff für erfolgreiche und gut finanzierte Startups in und aus Deutschland in der Zukunft.

Eigentlich sollte ich mich ein wenig ärgern, weil ich damals nicht investiert hatte. Gestern wurde DailyDeals an Google verkauft. Meine Freude überwiegt! Warum?

Zu aller erst freue ich mich für das Gründerteam und für alle Business Angels und Investoren, die DailyDeals unterstützt haben.

Am meisten freue ich mich für das gesamte deutsche Ecosystem. Ein solcher internationaler Exit hat langfristige, positive Effekte für die gesamte Szene (Startups, Business Angels, VCs). Wir brauchen mehr davon.

einige der positiven Effekte:

  • noch mehr Talente wollen Unternehmer werden
  • Business Angels erhalten fresh-money, um in weitere Startups zu investieren
  • LPs (Investoren in VC-Fonds) bekommen mehr Interesse an deutschen VCs und deutschen Startups

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ADVANCE Konferenz in Köln

Montag, 19. September 2011 15:37

Bin heute früh nach Köln gefahren, um an der ADVANCE teilzunehmen – als Zuschauer und als Sprecher auf zwei Panels.

Man muss sehr selektiv sein, um die Zeit für und auf Konferenzen zu optimieren. Auch wenn der erste Tag noch nicht vorbei ist, kann ich schon mal ein erstes Fazit ziehen: es hat sich gelohnt.

Für jemanden der Morten bereits gesehen und gehört hat, war seine Performave eher ernüchternd – für Unternehmer, die ihn noch nie gesehen haben, war es sichrlich ok und zum Teil inspirierend.

Mehr Infos zur ADVANCE: #advnc11 (twitter)

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Ein Startup ist keine Party

Samstag, 27. August 2011 22:07

Nein, ich bin kein Spielverderber oder eine Spaßbremse.

Wenn jemand Unternehmer werden will und ein Startup gründen möchte, dann sollte er (sie) es auch tun. Ja, man sollte auch immer mit Spaß bei der Sache sein – egal ob im Job oder bei seinen Hobbys. Nur dann wird man richtig gut sein.

In den letzten Jahren habe ich an vielen Gründerveranstaltungen teilgenommen. Egal ob in München, Berlin oder in anderen Städten. Es ist einfach sehr spannend zu beobachten, dass viele Studenten den Weg in die Selbstständigkeit als Alternative zur Karriere im Großunternehmen sehen und dass High-Potentials von der Karriereleiter springen und direkt im kalten Wasser als Entrepreneur landen. Die Frage ist nur, was die Beweggründe sind?

Bei einigen Leuten hatte ich das Gefühl, dass sie unbedingt ein Startup gründen wollen, weil es cool ist, weil es eben zum Zeitgeist passt. Ist das Gründen eines Start-Ups cool oder ein Selbstzweck?

Also wenn ich mich an meine  Zeit als Unternehmer in Startups zurück erinnere, dann waren die Jahre weniger durch Party und viel mehr durch Arbeit geprägt. Freunde hatte ich teilweise Monate lang nicht getroffen und Beziehungen wurden strapaziert (sorry!) – irgendwie gab es Zeiten, da fühle ich mich wie ein „sozialer Zombie“. Ist es also cool ein Startup zu gründen und ist die Arbeit und das Leben als Gründer eine große Party? Nein!

Zu gründen (wie es heute heißt) ist kein Selbstzweck. Und es ist auch keine coole Sache. Natürlich soll man Erfolge und wichtige Meilensteine feiern – Release-Parties, neue Kunden, abgeschlossene Finanzierungsrunden, etc. hören dazu.

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